Yoga am Zürichberg Yoga am Zürichberg

Yoga ist mehr als Bewegung

Was unterscheidet Yoga eigentlich von Sport?
Pilates stärkt unsere Mitte und verbessert die Haltung. Joggen trainiert das Herz-Kreislauf-System und hilft uns, den Kopf zu leeren. Krafttraining macht uns stark, widerstandsfähig und schenkt ein gutes Körpergefühl. All das sind wunderbare Wege, den Körper gesund zu halten und auch innere Ruhe zu finden.

Yoga ist jedoch noch viel mehr als das …

Yoga ist ein jahrtausendealtes philosophisches System, das den Menschen in seiner Ganzheit beschreibt. Es bietet eine Art Landkarte, wie wir bewusst, achtsam und positiv leben können, und zeigt Wege, mit den Höhen und Tiefen unseres Daseins umzugehen. Ein zentrales Ziel ist es, das Leid (Dukkha) zu verringern und mehr Freiheit im Inneren zu finden.

Zugleich ist Yoga eine spirituelle Praxis – nicht im religiösen Sinn, sondern als innere Haltung von Hingabe und Präsenz. Manche vergleichen es mit einem Gebet ohne Worte: ein Sich-Öffnen für etwas Grösseres, das wir nicht messen oder greifen, aber erfahren können. Yoga ist deshalb auch keine rein intellektuelle Disziplin, die man aus Büchern erlernt, sondern eine Erfahrungswissenschaft – sie erschliesst sich nur durch das Üben.

Die alten Schriften beschreiben den Menschen in verschiedenen Schichten (Koshas): Körper, Atem, Geist, Intuition, Glückseligkeit. Im Innersten liegt das Atman – unser unveränderliches Selbst, unser wahres Wesen. Dieses Atman ist das, was bleibt, wenn wir uns nicht mehr nur über Körper oder Gedanken definieren. Viele von uns erleben in der Praxis Momente, in denen dieses innere Selbst spürbar wird: als Frieden, Freude, Verbundenheit oder tiefes Ankommen.

Und ja: Yoga ist nicht immer gleich. Manchmal ist die Praxis anstrengend, wir kämpfen mit einer Haltung oder unser Geist ist unruhig. An anderen Tagen entstehen diese stillen, besonderen Momente – vielleicht in der Bewegung, vielleicht in der Schlussentspannung –, in denen sich alles verbindet und wir innere Ruhe spüren. Genau das macht Yoga so wertvoll: Es zeigt uns wie ein Spiegel, wo wir stehen. Mit regelmässiger Praxis entfalten sich diese Erfahrungen Schritt für Schritt und werden ein natürlicher Teil des Übens.

Yoga ist Bewegung – und zugleich viel viel mehr als Bewegung. Es vereint das Körperliche und Mentale und, am wichtigsten: Yoga öffnet den Raum zu einer tieferen Dimension unseres Menschseins.

Und hier als kleine Erinnerung, wie Yoga dich in deinem Leben unterstützen kann. Welche Aspekte sind für dich am wichtigsten?

Stärke, Beweglichkeit und Haltung
Yoga kräftigt Muskeln und Gelenke, fördert Flexibilität und unterstützt eine gesunde Haltung.

Ruhe, Klarheit und Gelassenheit
Atemübungen und Meditation beruhigen den Geist, schenken innere Weite und bringen neue Klarheit.

Vitalität, Energie und Leichtigkeit
Die Praxis belebt den Körper, erfrischt die Sinne und schenkt neue Lebenskraft.

Achtsamkeit, Selbstakzeptanz und Wohlbefinden
Yoga stärkt das Bewusstsein für die eigenen Bedürfnisse, hilft, sich selbst liebevoll anzunehmen und schenkt Wohlbefinden.

Zugehörigkeit, Gemeinschaft und Verbindung
Nichts ersetzt den menschlichen Kontakt. Aus Sicht der Yogaphilosophie sind wir alle Teil der Natur und zutiefst miteinander verbunden. In der gemeinsamen Praxis entsteht eine spürbare Energie, die uns trägt und verbindet.

Ich freue mich sehr über deine Gedanken und Rückmeldungen – was geht dir durch den Kopf, wenn du diese Zeilen liest?

Wir freuen uns auf viele gemeinsame Stunden auf der Matte im Herbst.

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Yoga Cruise in Kroation

Stell dir vor...

Sanfte Wellen wiegen dich in den Tag, während du auf dem Deck einer Motoryacht deinen Sonnengruss praktizierst. Die Sonnenstrahlen spiegeln sich im kristallklaren Wasser, eine leichte Meeresbrise streicht über deine Haut – du bist umgeben vom Meer und vom Himmel, soweit das Auge reicht. Du musst dich um nichts kümmern, sondern kannst dich einfach dem Rhythmus der Reise hingeben und dich dabei entspannen. Und das eine ganze Woche lang.

Vom 24. bis 31. Mai 2025 war ich mit einer Gruppe wundervoller Menschen an Bord der Motoryacht Adriatica, unterwegs zwischen den Inseln Kroatiens. Eine Woche voller Meer, Sonne, Farben, Licht, Yoga, Gemeinschaft – und so viel mehr.

Wir erlebten kristallklares Wasser und unberührte Natur. Die Badestopps erlaubten spontane Sprünge direkt vom Schiff ins türkisfarbene Meer – hinein in stille Buchten, umgeben von nichts als Wasser, Himmel und Weite.

Unsere Nachmittage und Abende verbrachten wir in kleinen, wunderschönen, historischen Hafenstädtchen, in guter Gesellschaft und bei gutem Essen. Wir unternahmen Ausflüge nach Zadar, Šibenik, zu den Wasserfällen des Krka-Nationalparks – und noch einige mehr. Das goldene Licht der untergehenden Sonne verwandelte sich in traumhafte Sonnenuntergänge. Die Nächte waren lauschig und sternenklar.

Und über all dem stand etwas, das Yoga in seiner Essenz ausmacht: Verbindung. Verbindung zwischen den Menschen, die sich nicht kannten und gemeinsam unterwegs waren – einer grossartigen, bunt gemischten Gruppe. Die Stimmung an Bord war heiter und unbeschwert. Aus ersten Begegnungen entstanden Gespräche, aus Gesprächen gemeinsame Abende voller Lachen.

Ein besonderes Geschenk war es, einige Teilnehmer*innen auf ihrer allerersten Yoga-Erfahrung zu begleiten. Und einmal mehr hat sich bestätigt: Yoga kennt keine Grenzen – es ist für alle da.

Ich vermisse die Farben, das Meer und die Leichtigkeit – und bin zutiefst dankbar für diese grossartige Erfahrung.
Und ich freue mich schon jetzt auf die nächste Reise. Bist du dabei?

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Warum üben wir eigentlich Yoga?

Yoga ist das Zur-Ruhe-Bringen der Bewegungen im Geist.“ Yoga Sutra 1.2

Ursprünglich war das Ziel des Yoga nicht, den Körper beweglich zu machen oder eine bessere Haltung zu entwickeln, sondern den Geist zur Ruhe zu bringen. Es ging darum, aus dem unaufhörlichen Strom der Gedanken auszusteigen und einen inneren Zustand von Klarheit, Sammlung und Stille zu erreichen – nicht als Rückzug von der Welt, sondern als Grundlage dafür, sie wirklich zu sehen.

Yoga erinnert uns daran, dass nicht alles, was wir denken, auch wahr ist – und dass unsere Wahrnehmung häufig durch die Linse unserer Gewohnheiten, Erfahrungen, Erwartungen und Ängste gefärbt ist. Durch regelmässige Praxis kultivieren wir viveka, die Unterscheidungskraft – also die Fähigkeit, Wesentliches von Unwesentlichem, das Vergängliche vom Bleibenden, das Wirkliche vom bloss Gedachten zu unterscheiden.

Auch wenn die Art und Weise, wie wir heute Yoga verstehen und praktizieren, manchmal eher an funktionelles Training erinnert, ist es mir persönlich wichtig, die tiefere Ausrichtung dieser Praxis nie aus den Augen zu verlieren. Wie also lässt sich der körperliche Zugang mit dem ursprünglichen Ziel des Yoga erklären und verbinden? Hatha Yoga – als körperlich orientierter Pfad innerhalb des Raja Yoga – ergänzt die anderen klassischen Yoga-Wege: Jnana-Yoga (Erkenntnis), Bhakti-Yoga (Hingabe), und Karma-Yoga (selbstloses Handeln). Er ist der Weg über den Körper. Durch Bewegung, Atmung und Ausrichtung wird der Geist vorbereitet – auch für weiterführende Praktiken wie Pranayama oder Meditation. So erschliesst sich uns über den Körper ein Zugang zum Geist; der Körper wird zum Tor nach innen. Durch die Yoga-Praxis entsteht ein Raum, in dem wir das Denken hinter uns lassen und mit dem in Verbindung treten können, was tiefer in uns liegt.

Gerade in einer Zeit, in der alles schneller, komplexer und dichter geworden ist, erscheint dieses ursprüngliche Ziel des Yoga relevanter und bedeutungsvoller denn je.

Unser Geist liebt das Flüchtige, das Neue, das Reizvolle – und ist dabei unaufhörlich in Bewegung. Studien zufolge denken wir rund 60.000 Gedanken pro Tag – ein grosser Teil davon wiederholt sich und kreist um Sorgen, Zweifel, Vergleiche oder Erwartungen. Nur ein kleiner Teil unserer täglichen Gedanken gilt laut Forschung als wirklich relevant oder konstruktiv – das meiste ist unbewusst, automatisch und häufig vergangenheits- oder zukunftsbezogen.

Während wir auf der Matte üben – den Körper fordern, die Muskeln kräftigen, das Gleichgewicht schulen und die Koordination verfeinern – schenkt uns Yoga gleichzeitig einen geschützten Raum, in dem wir innehalten und auf einer tieferen Ebene wieder in Verbindung treten können: mit unserem Körper, unserem Atem – und vor allem mit der Stille in uns. Es ist eine Einladung, aus dem ständigen Denken auszusteigen und wieder mehr zu spüren, zu atmen, zu sein. Und vielleicht geht es dabei noch einen Schritt weiter: In der Tiefe unseres Seins – jenseits von Gedanken, Emotionen und Rollen – gibt es etwas, das unverändert bleibt. Einen Raum der Stille, der Weite, der Klarheit. Und genau dorthin führt uns Yoga. Nicht, um uns von der Welt zu entfernen, sondern um uns in ihr zu verankern.

Danke, dass wir dich auf deinem Yoga-Weg begleiten dürfen – inmitten der ständigen und schnellen Bewegung des Lebens.

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Was bedeutet Yoga für dich?

Gerne möchte ich dich heute daran erinnern, was Yoga für dich bedeuten kann – jenseits von Wetter und Jahreszeit. Und zwar in Form einer kleinen persönlichen Erzählung:

Als ich vor ca. 25 Jahren zum ersten Mal mit Yoga in Berührung kam, fühlte es sich für mich an wie eine magische Pille. Es schien, als hätte ich plötzlich etwas gefunden, das alles verändern könnte – mein Körpergefühl, meine Gedanken, mein Leben.

Kennst du das auch?
Dass du in deinem Leben irgendwann – oder immer mal wieder – das Gefühl hattest, die Lösung gefunden zu haben?
Vielleicht war es eine neue Methode, eine Ausbildung, ein Lebensstilwechsel.
Manchmal denken wir auch nach einem Umzug, einem Jobwechsel, einer neuen Partnerschaft oder sonst einer wesentlichen Veränderung: Jetzt wird alles gut.

Aber – the magic pill does not exist.
Es gibt kein Wundermittel, das uns Gesundheit, Liebe und Glück in jedem Moment unseres Lebens bescheren kann.
Das Leben ist eine grosse Reise, eine wunderbar spannende Erfahrung – voll mit allem, was es zu bieten hat: Freud und Leid.

Je länger wir auf dieser Welt unterwegs sind, desto klarer erkennen wir: Nichts im Aussen kann auf Dauer all das erfüllen, wonach wir uns im Innersten sehnen.
Und genau deshalb ist Yoga für mich – obwohl nicht the magic pill – trotzdem meine wichtigste Orientierung und Unterstützung.

Yoga ist ein Weg, immer wieder zu mir zurückzukehren.
Es hilft meinem Körper, sich gut zu fühlen, meinem Geist, ruhig zu werden –
und am wertvollsten: Es bringt mich in Verbindung mit mir selbst.

Gerade wenn es im Aussen lebendig wird und vieles unsere Aufmerksamkeit verlangt, ist es umso wertvoller, die eigene Yogapraxis nicht aus dem Blick zu verlieren.

Yoga entfaltet seine Wirkung vor allem durch Beständigkeit – durch das regelmässige Üben, unabhängig von Stimmung, Wetter oder Jahreszeit.
Es ist genau dieses Dranbleiben, das uns Orientierung gibt und uns unterstützt – in all den Bewegungen des Lebens.

Vielleicht magst du dich heute daran erinnern – und dir Gedanken machen, warum du Yoga übst.
Seinen eigenen Motiven auf den Grund zu gehen, ist immer eine spannende Gedankenreise.

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Zwischen Spiritualität und Esoterik – eine Einordnung aus der Sicht des Yoga

Kürzlich hatte ich eine spannende Diskussion mit einem Freund darüber, ob Yoga spirituell oder esoterisch ist. Vielleicht hast du dir diese Frage auch schon gestellt – zum Beispiel, als in einer Yogastunde Begriffe wie Prana (Lebensenergie) oder Chakra (Energiezentrum) erwähnt wurden. Oder als das Om, die heilige Silbe aus dem Sanskrit, gesungen wurde.

Immer mal wieder höre ich, dass genau deshalb manche Menschen Berührungsängste mit Yoga haben – und es als esoterisch einstufen. Das kann ich gut nachvollziehen.

Deshalb möchte ich hier ein paar Gedanken mit dir teilen. Gedanken darüber, was es bedeutet, dass Yoga spirituell ist – aber nicht esoterisch.

Es ist eine feine Linie – denn die Begriffe werden oft fälschlicherweise synonym verwendet. Und ja, einige Menschen, die Yoga praktizieren oder unterrichten, sind auch offen für esoterische Praktiken – was vollkommen legitim ist.

Entscheidend finde ich jedoch, dass man sich des Unterschieds bewusst ist – damit Dinge nicht vermischt oder verwechselt werden.

Was Spiritualität nach meinem Verständnis bedeutet?

  • Es geht um die persönliche, innere Suche nach Sinn, Verbundenheit, Transzendenz oder dem Göttlichen.

  • Sie kann religiös oder nicht religiös sein.

  • Der Fokus liegt auf Bewusstsein, innerem Wachstum, Achtsamkeit und der Verbindung

    zu etwas Höherem.

Spiritualität bedeutet für mich persönlich, bewusster zu leben, mich selbst in der Tiefe zu erfahren – und dabei immer wieder zu einer einfachen Wahrheit zurückzukehren:

  • Ich bin mehr als nur meine Gedanken und mein Körper.

  • Ich bin eingebunden in etwas Größeres.

Im Yoga begegnen wir dieser Erkenntnis immer wieder: durch den Atem, den Körper, die Stille.

Yoga ist eine Praxis der Erfahrung – nicht des Glaubens.

Die alten Schriften des Yoga, etwa die Upanishaden und später auch die Bhagavad Gita, beschreiben unser wahres Selbst als reines Bewusstsein: sat-chit-ananda – Sein, Bewusstsein, Glückseligkeit.

Diese Formel stammt aus dem Vedanta und steht für eine nicht-dualistische Sichtweise, in der unser Bewusstsein nicht getrennt, sondern eins ist mit allem.
Während der klassische Yogaweg oft auf einer dualistischen Weltsicht basiert, erfahren viele Menschen Yoga heute dennoch als einen Weg zu innerer Einheit und Verbundenheit.

Wenn ich praktiziere, spüre ich eine tiefe, stille Verbundenheit – mit mir selbst und mit allem, was lebt. Genau diese Erfahrung ist für mich Spiritualität.

Und was ist Esoterik?

Nach meinem Verständnis geht es in der Esoterik eher um verborgenes, geheim gehaltenes oder gedeutetes Wissen – um mystische und alternative Weltanschauungen.

Ich würde Themen wie Astrologie, Aura-Lesen, Heilversprechen und ähnliche Konzepte der Esoterik zuordnen. Esoterik beginnt für mich dort:

  • wo spirituelle Begriffe in Heilsversprechen oder mystische Wunder verwandelt werden,

  • wo Rituale und Glaube wichtiger werden als die eigene Erfahrung,

  • wo alte Quellen entweder fehlen oder aus dem Zusammenhang gerissen werden.

Oft ist der Begriff negativ behaftet – meine Einordnung ist jedoch nicht wertend gemeint. Ich habe persönlich nichts gegen Esoterik, würde mich selbst jedoch nicht als esoterische Person bezeichnen.

Mir geht es um die Abgrenzung: Yoga ist im Kern nicht esoterisch – auch wenn es manchmal so interpretiert wird.

Was ist dann mit Prana, Chakren & Co.?

Wenn wir im Yoga von Energie sprechen, meinen wir damit nicht Energie im physikalischen Sinn, sondern ein erfahrbares Prinzip: eine innere Lebendigkeit, eine feine Qualität des Daseins. Begriffe wie Prana beschreiben diesen Aspekt – sie sind Ausdruck einer gelebten Verbindung zwischen Atem, Körper, Geist und Bewusstsein.

Im Yoga sprechen wir von Prana – der Lebensenergie – und von Chakren, den Energiezentren im Körper.

Diese Begriffe sind Erklärungsmodelle. Sie versuchen, etwas zu beschreiben, das sich mit Worten nur schwer ausdrücken lässt. Yoga ist ein philosophisches System, ein Versuch, die Welt – und unser Inneres – zu verstehen. Viele dieser Begriffe sind symbolische Konzepte, keine physikalisch beweisbaren Tatsachen.

Die Chakren etwa stehen für Bewusstseinszustände oder innere Entwicklungsebenen. Sie sind wie Landkarten innerer Erfahrung – Werkzeuge zur Selbstreflexion.

Es geht um innere Begegnung und um Bewusstsein. Schon in tantrischen Texten wird diese symbolische Bedeutung betont. Chakren beschreiben psychospirituelle Ebenen – keine anatomischen Realitäten.

Wenn wir über Pranayama (Atemtechniken) sprechen, wird es etwas komplexer:

Zum einen gibt es die grobstoffliche Ebene, auf der wir mit dem Atem unser Nervensystem beeinflussen können – das ist heute wissenschaftlich gut belegt und eine wunderbare Möglichkeit, aktiv auf unser Befinden Einfluss zu nehmen.

Auf der feinstofflichen Ebene des Pranayama geht es nicht darum, Energie physisch zu lenken, sondern darum, den Atem als Brücke zwischen Körper und Geist zu erfahren – zwischen Präsenz und innerer Ruhe.

Es geht um Selbstwahrnehmung, um Bewusstseinserweiterung – in einem ganz bodenständigen Sinne: Den Moment wahrnehmen, den Geist beruhigen, sich selbst spüren. Dabei kann man natürlich auch mit Affirmationen arbeiten. Und ja – vielleicht öffnet sich dadurch ein innerer Raum, in dem sich schwierige Themen oder Gefühle zeigen und sogar heilen dürfen.

Diese Erfahrungen sind individuell – sie entstehen durch Präsenz.

Und vielleicht denkst du jetzt: „Bewusstseinserweiterung – klingt das nicht auch irgendwie esoterisch?“

Meiner Meinung nach: Nein.
Der Begriff bedeutet lediglich, dass wir mehr wahrnehmen:

  • von uns selbst,

  • von unserer Umgebung,

  • von unseren Gedanken – und von dem, was dahinter liegt.

    Vielleicht erkennen wir Muster. Vielleicht spüren wir uns selbst deutlicher – körperlich, emotional, geistig. Vielleicht fühlen wir uns verbunden – mit dem Leben, mit anderen Menschen, mit der Natur, mit dem grossen Ganzen.

    Es geht dabei um Klarheit, Präsenz und inneres Wachstum – nicht um den Zugang zu anderen Dimensionen, übersinnliche Fähigkeiten oder Kontakte mit „höheren Wesen“. Auch das können spannende Themen sein – aber sie gehören nicht zum Yoga.

Und nun – was ist denn Yoga?

Yoga ist kein Glaube – sondern ein Erfahrungsweg.

Eine Einladung, still zu werden, sich selbst zu begegnen und mit dem Leben auf einer tieferen Ebene in Kontakt zu treten.

Es geht darum, sich bewusst zu erleben – und zu erkennen:

  • Wir sind nie wirklich getrennt.

  • Wir sind immer verbunden – mit uns selbst, miteinander, mit allem Leben.

    Yoga ist ein Weg zu mehr Bewusstsein, mehr Verbindung – und kann zu mehr innerer Freiheit führen.

    Ich glaube, dass wir mehr sind als unsere Gedanken – aber wir müssen nichts glauben, um das zu erfahren.

Wenn du Gedanken oder Fragen zu diesem Thema hast – schreib mir gerne. Ich freue mich auf den Austausch.

Herzliche Grüsse, Claudia

„Der wahre Weg ist ohne Ziel. Er ist der Weg der Entdeckung des Unbekannten, des Unsichtbaren, des Göttlichen in dir.“
– B.K.S. Iyengar

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Neujahrsvorsätze oder wie du mit einem Sankalpa arbeiten kannst

Hast du Neujahrsvorsätze? Es ist schön, wenn wir in unserem Leben Positives anstossen und Gewohnheiten, die uns nicht guttun, verändern möchten. Schade ist es jedoch, wenn wir uns mit unseren Vorsätzen unter Druck setzen und dadurch Stress erzeugen. Dies kann der Fall sein, wenn unsere Vorsätze zum Beispiel zu ambitioniert oder zu zahlreich sind oder nur mit Willenskraft verfolgt werden.

Typischerweise scheitern Neujahrsvorsätze oft bereits nach einigen Wochen im neuen Jahr. Es gibt verschiedene Gründe, woran das liegen könnte. Der Zeitpunkt des Jahreswechsels ist möglicherweise nicht ideal gewählt, da dieser Neubeginn durch den Kalender vorgegeben ist. Eine Veränderung oder ein Neubeginn sollte idealerweise aus einem tiefen, gut reflektierten Bedürfnis entstehen. Der Wunsch zur Veränderung sollte hinterfragt werden: Woher stammt er, und warum möchten wir etwas verändern? Sind wir intrinsisch motiviert, oder handelt es sich um rationale Gedanken, die möglicherweise von äusseren Einflüssen geprägt sind, wie zum Beispiel: „Es wäre gut, wenn“, „Ich habe gelesen, dass es wichtig ist“, oder „Andere machen das auch, also sollten wir es tun.“

Eine tiefere Reflexion hilft uns, unseren eigenen Motiven auf den Grund zu gehen. Dazu gehört, uns zu fragen, warum ein bestimmtes Ziel erreicht oder eine Gewohnheit verändert werden soll. Welche Verbesserung unseres Lebensgefühls erhoffen wir uns davon? Wenn Vorsätze dann später nicht eingehalten werden und scheinbar „scheitern“, können Gefühle des Versagens entstehen oder sogar das Gefühl: „Wir haben es nicht geschafft; wir sind nicht gut genug.“

Wenn wir schlechte Gewohnheiten loslassen wollen, ist es wichtig, zu verstehen, welches Bedürfnis diese bisher erfüllt haben. Jede Gewohnheit, selbst eine, die uns nicht guttut, hat ihren Zweck. Zum Beispiel kann der Konsum von Süssem ein Bedürfnis nach Trost oder Belohnung befriedigen. Um eine Gewohnheit wirklich zu ändern, müssen wir bereit sein, auch das zugrunde liegende Bedürfnis loszulassen oder alternative Wege zu finden, dieses Bedürfnis zu erfüllen.

Es kann hilfreich sein, die eigenen Gewohnheiten schriftlich zu reflektieren: Indem wir aufschreiben, welche Gewohnheiten uns nicht guttun und warum wir sie loslassen möchten. Dabei sollten wir genau überlegen, ob der Wunsch zur Veränderung wirklich aus unserem tiefsten Inneren kommt oder ob er durch äussere Erwartungen beeinflusst ist.

Neujahrsvorsätze sind oft rigide formuliert, zum Beispiel: „Wir müssen das ändern“ oder „Nur wenn wir dieses Ziel erreichen, sind wir gut genug.“ Solche Formulierungen erzeugen Druck. Je mehr Willenskraft wir aufwenden, um etwas zu vermeiden, desto stärker verankern wir es in unserem Geist. „Where attention goes, energy flows, and results show.“ Wenn wir uns ständig mit Gedanken wie „Wir dürfen nicht“ beschäftigen, bleibt diese Negativität präsent. Unsere Gedanken kreisen noch stärker um genau das, was wir eigentlich loslassen möchten. Dies führt zu einem Tunnelblick, der uns blockiert und unsere Kreativität einschränkt.

Auch bei Kindern sehen wir, wie kontraproduktiv solche negativen Formulierungen sind: Je öfter wir ihnen sagen, was sie nicht tun sollen, desto mehr richten sie ihre Aufmerksamkeit genau darauf. Unser Geist funktioniert ähnlich.

In der Yoga-Philosophie gibt es ein sehr schönes Konzept, das sich mit Vorsätzen und positiven Veränderungen beschäftigt: das Sankalpa. Vielleicht kennen wir diesen Begriff aus der Technik des Yoga Nidra. Dieses Sanskrit-Wort kann mit „fester Entschluss“ oder „Absicht“ übersetzt werden. Sankalpa ist jedoch mehr als nur ein Vorsatz. Es ist eine klare, positive Ausrichtung des Geistes auf eine innere Wahrheit oder ein höheres Ziel. Es geht darum, etwas Positives in der Zukunft zu manifestieren, ohne dabei Druck oder Zwang zu verspüren.

Ein Sankalpa wird immer in positiver Sprache formuliert. Aus der positiven Psychologie wissen wir, dass dies effektiver ist: Statt „Wir wollen keine Angst haben“ sagen wir „Wir bleiben ruhig und zuversichtlich.“ Diese positive Fokussierung gibt Raum für Gestaltung und ist nicht mit Stress oder Angst verknüpft. Druck hingegen blockiert uns oft und hält uns an negativen Mustern fest.

Ein Sankalpa könnte lauten: „Es wäre schön, früher ins Bett zu gehen und uns am Morgen wunderbar ausgeruht zu fühlen.“ Damit verschiebt sich der Fokus vom Vermeiden eines Verhaltens hin zu einer positiven Vision, die motiviert und inspiriert.

Wie können wir konkret mit einem Sankalpa ("Vorsatz") arbeiten?

  • Wir können reflektieren oder schriftlich festhalten, welche Gewohnheiten uns nicht guttun und warum wir sie loslassen möchten.

  • Wir überlegen uns kreative Wege, wie wir diese Gewohnheiten durch positive Alternativen ersetzen können. Anstatt uns etwas zu verbieten, können wir eine neue, bereichernde Aktivität etablieren.

  • Wir formulieren unser Sankalpa positiv und in der Gegenwart. Zum Beispiel: „Wir möchten uns in unserem Körper gesund und vital fühlen“ statt „Wir müssen 5 kg abnehmen.“

  • Wir können das Sankalpa in unseren Alltag integrieren: Zum Beispiel, indem wir morgens beim Aufwachen oder abends vor dem Schlafengehen daran denken. Wir können es in ein Tagebuch schreiben oder auf einen Zettel notieren und sichtbar aufhängen. Es lässt sich auch wunderbar in eine Yoga- oder Meditationspraxis oder in Yoga Nidra einbauen.

Es ist wichtig, dabei geduldig und offen zu bleiben. Beim Sankalpa geht es nicht um Perfektion. Wenn wir an einem Tag nicht daran denken oder uns entgegen unserem Wunsch verhalten, ist das kein Scheitern. Stattdessen kehren wir einfach wieder zu einer positiven Ausrichtung zurück.

Ein Sankalpa richtet den Fokus nicht nur auf das Ziel, sondern auch auf den Weg dorthin. Es erlaubt uns, kleine Schritte zu machen und den Prozess der Veränderung nachhaltig und genussvoll zu gestalten. Im Gegensatz zu willenskraftbasierten Vorsätzen bleibt unsere Flexibilität erhalten. Wenn wir „vom Weg abkommen“, ist das kein Grund, aufzugeben. Stattdessen setzen wir unseren Weg einfach fort – ohne das „Alles-oder-Nichts“-Prinzip.

Sankalpa ist ein kraftvolles spirituelles Konzept, um Positives in unser Leben zu bringen. Es erlaubt uns, unsere Ziele aus einer Haltung der inneren Klarheit, Liebe und Akzeptanz zu verfolgen. Statt uns selbst unter Druck zu setzen, schaffen wir Raum für Wachstum und Transformation – Schritt für Schritt, mit Leichtigkeit und Freude. 

Sankalpa geht über das Setzen von Zielen hinaus. Es richtet sich nicht nur auf konkrete Veränderungen im Alltag, sondern auch auf eine tiefere Verbindung mit unserer inneren Wahrheit. Es hilft uns, nicht nur oberflächliche Gewohnheiten zu ändern, sondern ein Leben zu führen, das im Einklang mit unseren Werten, unserer Intuition und unserer inneren Stärke steht. In der Yoga-Philosophie wird Sankalpa oft als ein Weg betrachtet, um die Verbindung zu unserem höheren Selbst zu stärken und unsere innere Klarheit zu vertiefen. "Yoga ist die Reise des Selbst, durch das Selbst, zum Selbst."— Bhagavad Gita

In diesem Sinne wünschen wir dir einen inspirierenden Start in ein neues Jahr voller Klarheit, Leichtigkeit und positiver Veränderungen.

Namasté
Claudia und das Team von Yoga am Zürichberg

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Zeit für Reflexion und Planung deiner nächsten Yoga-Auszeit

Die langen Sommerferien sind eine besondere Zeit des Innehaltens. Die Hälfte des Jahres ist vorbei, und vor den grossen Ferien herrscht oft hektisches Treiben. Viele von uns kennen die zusätzlichen Termine und Vorbereitungen, die vor den Ferien anfallen. Wenn die Sommerpause dann endlich beginnt, kann der Alltag zur Ruhe kommen. Vielleicht reisen wir an neue Orte und erleben eine andere Umgebung und einen anderen Rhythmus. Mit weniger Alltagspflichten haben wir Zeit uns treiben zu lasse, für Reflexion und wichtige Fragen, wie: Leben wir in Einklang mit dem, was uns erfüllt und zufrieden macht? Was ist noch stimmig und was nicht mehr?

Diese Zeit der Reflexion ist wertvoll. Sie ermöglicht es uns, innezuhalten, zu fühlen und zu ergründen. Ich persönlich nutze diese Zeit stets, um darüber nachzudenken, wo ich mit meinen Themen stehe, was sich verändert hat, welche Herausforderungen mir Mühe bereiten, usw. Auch im Kontext meiner Familie und meinen Beziehungen überlege ich, wie ich meine Zeit einteilen und wofür ich sie aufwenden möchte.

Es geht nicht nur um alltägliche Aufgaben, sondern auch um größere Überlegungen: Welche Projekte möchte ich realisieren? Wie viel Lebenszeit möchte ich mir selbst, meiner Familie und der Arbeit widmen? Wie und womit möchte ich meine freie Zeit verbringen? Welche Beziehungen möchte ich pflegen, und mit welchen Menschen möchte ich meine Zeit verbringen? Lebenszeit ist kostbar. Vielleicht kennst du die Grafiken, die eine begrenzte Anzahl von Kästchen zeigen, in denen man Lebenswochen abhaken kann. Solche Darstellungen verdeutlichen, wie wertvoll und vergänglich unsere Zeit ist.

Wie möchte ich diese kostbare Zeit verbringen? Wie möchte ich mich in meinem Leben fühlen? Eine wichtige Weisheit, die mich immer wieder inspiriert, lautet: „Decide what kind of life you really want… then say no to everything that isn't that.“ Das bedeutet nicht, dass unser Leben frei von mühseligen Pflichten ist. Doch mit einer positiven Einstellung und dem selbst bestimmten Anpassen aller unserer Möglichkeiten gehen uns auch diese Pflichten leichter von der Hand.

Um gewünschte Veränderungen zu erreichen, sollten wir uns fragen, welche neuen, positiven Gewohnheiten wir etablieren oder festigen können. Denn unsere Gewohnheiten formen unser Leben. „People do not decide their futures, they decide their habits and their habits decide their future.“

In der Bhagavad Gita spricht Krishna über das Konzept des „Svadharma“ – den eigenen, wahren Lebensweg. Es geht darum, im Einklang mit unserer inneren Natur und unseren tiefsten Überzeugungen zu handeln. „Svadharma“ bezeichnet das individuelle Dharma, das persönliche Pflichtgefühl und die individuelle Bestimmung. Das Streben nach Svadharma führt zu innerem Frieden und Erfüllung, weil wir im Einklang mit unserem wahren Selbst handeln. „Es ist besser, seine eigene Bestimmung unvollkommen zu leben, als die eines anderen perfekt zu imitieren“ (Bhagavad Gita, 3.35).

Der Ayurveda lehrt uns, im Einklang mit unserem individuellen Naturell (Prakriti) zu leben, um Gesundheit und Wohlbefinden zu fördern. Das bedeutet, unsere Ernährung, unseren Lebensstil und unsere täglichen Routinen so anzupassen, dass sie unsere individuelle Konstitution unterstützen. Durch kleine, bewusste Korrekturen können wir unsere Lebensqualität enorm verbessern.

Es geht nicht darum, nach den Ferien alles auf den Kopf zu stellen, sondern um kleine, bewusste Korrekturen. Es geht nicht um Perfektion oder Selbstoptimierung, sondern darum, ein zufriedenes, selbstverantwortliches und vor allem authentisches Leben zu führen. Kleine Veränderungen können oft die grössten Auswirkungen haben und uns dabei helfen, ein erfüllteres Leben im Einklang mit unserer inneren Natur zu führen.

In diesem Sinne möchte ich dich ermutigen, die Sommerferien zu nutzen, um Klarheit über Gewohnheiten, Prioritäten und Lebensziele zu gewinnen. Nutze die Ruhe und Freiheit dieser Zeit, um dich einerseits treiben zu lassen und andererseits die Weichen neu zu stellen.

Ich wünsche dir eine erholsame und inspirierende Sommerzeit!

Claudia

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Unser Team: Kassandra Bucher

Für unsere Rubrik “Wir stellen uns vor” hat Kassandra ein paar Fragen beantwortet. Erfahre mehr über Kassandra und ihre Praxis in diesem Blog Beitrag.

unterrichtet wöchentlich folgende Yogaklassen bei uns:

Freitags, 16.30 - 18 Uhr


Für unsere Serie "Wir stellen uns vor" hat Kassandra ein paar Fragen für uns beantwortet.

Was hat dich zum Yoga gebracht?

Meine erste Begegnungen mit Yoga machte ich als Jugendliche bei einem Yoga Workshop, zu dem mich meine Eltern mitnahmen.

Spätestens seit dem Studium ist Yoga nicht mehr aus meinem Leben wegzudenken. Was ursprünglich als Ausgleich zum Studienalltag anfing, entwickelte sich zum Lebensweg.

Seit wann praktizierst du?

Seit rund 15 Jahren praktiziere ich Yoga.

Was hat sich in deinem Leben dadurch verändert?

Yoga hat mehr Ruhe und Gelassenheit in mein Leben gebracht.

Auf meinem Yogaweg durfte ich vielen inspirierenden und empathischen Menschen begegnen.

Besonders schön finde ich, dass man Yoga nicht nur auf der Matte, sondern täglich und überall praktizieren kann: Zum Beispiel eine fremde Person auf der Strasse anlächeln, die Sonnenstrahlen auf der Haut zu spüren oder eine Tasse Tee morgens in Ruhe zu geniessen.

Wie sieht deine Yoga Praxis aus?

Bei meiner Yoga Praxis höre ich ganz auf meinen Körper und versuche zu spüren, was sich gerade richtig anfühlt.

Besonders lieb ist mir meine tägliche Morgenroutine mit Meditation, Pranayama, Gesang und Asanas, um Körper und Geist behutsam in den Tag starten zu lassen.

Mehrmals pro Woche gehe ich ins Studio zu meinen Yoga-Lehrerinnen.

Welche Lehrpersonen inspirieren dich für deine Praxis und für deinen Unterricht?

Allen voran die Yoga-Lehrerinnen vom Yoga am Zürichberg, die mich die letzten Jahre auf und neben der Matte begleitet und ermutigt haben, Yoga-Lehrerin zu werden.

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Unser Team: Isabel Tarancon

Für unsere Rubrik “Wir stellen uns vor” hat Isabel ein paar Fragen beantwortet. Erfahre mehr über Isabel und ihre Praxis in diesem Blog Beitrag.

unterrichtet wöchentlich folgende Yogaklassen bei uns:

Donnerstags, 19 - 20.30 Uhr
Samstags, 9 - 10.30 Uhr

Für unsere Serie "Wir stellen uns vor" hat Isabel ein paar Fragen für uns beantwortet.

Was hat dich zum Yoga gebracht?

Als ich 2008 zum ersten Mal schwanger war, war ich auf der Suche, nach passender Bewegung neben dem Moderndance. Ich wollte meinem verändernden Körper etwas Gutes tun. So ging ich regelmässig ins Schwangerschaftsyoga und nach Geburt in die Rückbildung. Da ich mit dem Baby nicht viele Möglichkeiten hatte, meinem Moderndance nachzufrönen ging ich weiterhin ins Yoga und praktizierte dies auch zu Hause

Seit wann praktizierst du?

Seit 2008

Was hat sich in deinem Leben dadurch verändert?

Puah! Da gibt es vieles. Vor allem hat mich die Zeit aber gelehrt, dass es Yoga nicht "nur" auf der Matte gibt. Yoga bedeutet für mich auch Alltag. Wie gehe ich mit meinem Umfeld und mir selber um. Ich gehe vor allem mit mehr Achtsamkeit durchs Leben und bin mir der 8 Pfade des Patanjali bewusst.

Wie sieht deine Yoga Praxis aus?

Lol. Wenn immer möglich, suche ich meinen Yogalehrer 1-2x pro Woche auf. Zu Hause übe ich wenig Asanas, dafür Meditiere ich sehr gerne. Besonders am Morgen beginne ich den Tag gerne mit einer Meditation. Sich am Morgen Zeit zu nehmen und inne zu halten, bevor der Tag beginnt erfüllt mich sehr. Leider schaffe ich es nicht immer und es sind ehrlich gesagt auch Phasen. Also mal mehr, mal weniger.

Welche Lehrpersonen inspirieren dich für deine Praxis und für deinen Unterricht?

Clive Radda. Er begleitetet mich schon seit Jahren auf meinem Yogaweg und drückt immer wieder die richtigen Buttons, so dass ich weiter an mir arbeite. Lauren Lee (Ibiza). Ich durfte ein Modul bei ihr besuchen. Ihre weibliche und sinnliche Art inspiriert mich sehr und weckte in mir die Neugier zum Anusara Yoga.

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Unser Team: Claudia Schmid

Für unsere Rubrik “Wir stellen uns vor” hat Claudia ein paar Fragen beantwortet. Erfahre mehr über Claudia und ihre Praxis in diesem Blog Beitrag.

unterrichtet wöchentlich folgende Yogaklassen bei uns:

Mittwochs, 8.30 - 10 Uhr, 10.15-11.30 Uhr sowie 20 - 21.30 Uhr
Freitags, 8.30 - 10 Uhr sowie 12 - 13 Uhr
Alignment based Hatha Yoga und Gentle Hatha

Für unsere Serie "Wir stellen uns vor" hat Claudia ein paar Fragen für uns beantwortet.

Was hat dich zum Yoga gebracht?

Mit 24 Jahren erlebte ich in einer toxischen Beziehung physische und psychische Gewalt von meinem damaligen Partner und befand mich gleichzeitig in einem sehr fordernden, beruflichen Umfeld.

Dies alles führte zu einer persönlichen Krise. Meine damalige Psychotherapeutin empfahl mir Yoga.

Seit wann praktizierst du?

Seit 20 Jahren

Was hat sich in deinem Leben dadurch verändert?

Das ist so viel und so grundsätzlich, dass es sich kaum in Worte fassen lässt.

Durch Yoga kam ich in tieferen Kontakt mit mir selbst, mit meinen Bedürfnissen. Ich spüre heute besser was gut für mich ist und was weniger. Yoga brachte mich weg von dem ewig leisten zu müssen um meinen Selbstwert zu bestätigen.

Wie sieht deine Yoga Praxis aus?

Ich meditiere praktisch täglich, manchmal in Kombination mit Atemübungen.

Asanas übe ich phasenweise alleine oder bei anderen Lehrerinnen und Lehrern.

Welche Lehrpersonen inspirieren dich für deine Praxis und für deinen Unterricht?

Clive Radda

Vasili Vlachos

Matt Giordano

und Andere

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Yoga am Zürichberg Yoga am Zürichberg

Unser Team: Jana Nazikidis

Für unsere Rubrik “Wir stellen uns vor” hat Jana ein paar Fragen beantwortet. Erfahre mehr über Jana und ihre Praxis in diesem Blog Beitrag.

unterrichtet wöchentlich folgende Yogaklassen bei uns:

Samstags, 9 - 10.30 Uhr HATHA FLOW
Sonntags, 10 - 11.30 Uhr HATHA FLOW
Sonntags, 12 - 13.30 Uhr VINYASA FLOW

Für unsere Serie "Wir stellen uns vor" hat Jana ein paar Fragen für uns beantwortet.

Was hat dich zum Yoga gebracht?

Zu Beginn war es einfach eine weitere Sportart/Bewegungsmöglichkeit im Fitness Studio. Mit 26 bin ich dann nach Griechenland ausgewandert und war jeden Tag im Yogastudio. Ashtanga gab mir damals viel Struktur, Kraft und einen freien Kopf um mit all den neuen Herausforderungen klar zu kommen.

Seit wann praktizierst du?
Seit 20 Jahren

Was hat sich in deinem Leben dadurch verändert?
Ich fühle mich agiler, ausgeglichener und zufriedener. Yoga hilft mir jeden Tag Zeit für mich zu nehmen, mich zu spüren und zu verbinden. Die Praxis schenkt mir Klarheit, stärkt meine Gesundheit und Intuition.

Wie sieht deine Yoga Praxis aus?
Jeden Morgen:

7 - 10 min Meditation und oder Pranayama, dann 10 - 20 min Asanas

Ich lese Bücher (wieder),höre Podcasts und auch eine gute Portion Selbstreflexion ist dabei.

Welche Lehrpersonen inspirieren dich für deine Praxis und für deinen Unterricht?
Oh das sind viele!
Auf jeden Fall Lehrpersonen, die mit Hingabe, Authentizität und Herz unterrichten und ihr Wissen weitervermitteln.
Wenn ich die Leidenschaft fürs Yoga spüre. Sei es über die Sprache die Bewegung oder einfach als Vibration.

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Zurück aus der Sommerpause

Ein Gedanke zu Gewohnheiten und Anhaftung

Seit vorletztem Sonntag sind wir wieder zurück aus der Sommerpause und haben uns gefreut bereits einige von euch zu begrüssen.
 
Ferien ermöglichen es uns den Alltag hinter uns zu lassen, sie schenken uns Zeit uns vermehrt treiben und Gewohnheiten ruhen zu lassen und uns Neuem, Unbekanntem zu öffnen. Hin und wieder unsere kleine Welt hinter uns zu lassen weitet unseren Horizont.

Dabei geschieht es bei mir jeweils von selbst, dass ich zurückzuschaue - auf die letzten Wochen und Monate. Ist das bei dir auch der Fall? Diese Rückschau empfinde ich sehr hilfreich, um das Leben wieder neu zu adjustieren, so fühlt es sich nach den Ferien immer wie ein keiner Neuanfang an. Vielleicht stellt man fest, dass eine alte Gewohnheit losgelassen und stattdessen für etwas Neues Platz gemacht werden soll. Oder wir verspüren Elan und haben Ideen für unsere Freizeit oder spezifische Themen in unserem Leben anzugehen. 
 
Ich hatte während meinen Ferien Zeit für Gedanken. Einen davon möchte ich gerne mit dir teilen:
 
Ich «glaube» an gute Gewohnheiten, diese prägen meinen Alltag. Einige davon stammen aus dem Ayurveda, der Schwesterndisziplin des Yoga. Wörtlich übersetzt bedeutet Ayurveda die Wissenschaft des Lebens (Ayus = Leben und Veda = Wissen). Oberstes Ziel des Ayurveda ist das Gleichgewicht von Körper, Geist, Seele und Umwelt. Im Ayurveda geht es unter anderem um Empowerment bzw. Selbstverantwortung; bei sich selbst anzukommen, zu reflektieren und zu lernen sich selbst zu helfen. Eines der wichtigsten Prinzipien im Ayurveda ist die REGELMÄSSIGKEIT. Darum und weil ich bei mir selbst feststelle, wie sich gute Gewohnheiten und Regelmässigkeiten positiv auf meine Lebensqualität auswirken, bin ich eine Verfechterin dieses Prinzips.
Während den Ferien, fernab vom Alltag, in einem fremden Land, ist es allenfalls nur beschränkt möglich, unsere guten Gewohnheiten fortzuführen oder sie stehen uns vielleicht sogar im Wege, wenn wir in eine fremde Kultur eintauchen und Spontanität zulassen möchten. Welche Gedanken und Gefühle löst es aus, wenn wir gezwungen werden auf Gewohntes zu verzichten und uns auf Neues einzulassen?
 
Im Yoga gibt es das wichtige Prinzip des Nicht Anhaftens; "Vairagya". Dieses Prinzip beruht auf der Tatsache, dass das Leben ständigen Veränderungen unterworfen ist. Im Weitesten Sinne geht es darum, dass wir uns nicht mit unserem Körper und Geist identifizieren. Praktisch in unserem Leben geht es bei "Vairagya" darum, dass wir nicht an unseren Vorstellungen und Wünschen anhaften, weil wir dadurch mögliche Erfahrungen und Möglichkeiten in unserem Leben beschränken und auch weil Anhaftung unweigerlich zu Leid führt, weil sich die Dinge verändern, ob wir dies wollen oder nicht. Bei "Vairagya" geht es um die Erkenntnis und innere Einstellung, dass uns ein ausschliesslich äusseres Leben nicht glücklich macht bzw. dass man alleine durch die Erfüllung von Wünschen nicht dauerhaft glücklich werden kann. Dabei ist "Vairagya" ein mentaler Bewusstseinszustand. Das heisst, Jemand kann zum Beispiel inmitten von Wohlstand diese Geisteshaltung leben, wohingegen eine besitzlose Person sich allenfalls an dem wenigen anhaftet, was er/sie besitzt.
 
Nun, auch wenn es um positive Gewohnheiten geht oder auch anderes Gutes, Bequemes und Nützliches in unserem Leben, können diese Dinge zu einem Gefängnis werden, wenn wir zu sehr anhaften und die Fähigkeit verlieren loszulassen, zu vertrauen und uns ins Unbekannte zu entspannen. Natürlich ist das einfacher gesagt als getan und wir werden im Leben immer wieder herausgefordert dies zu üben. UND – wie könnte es anders sein…der Yoga kann uns dabei sehr unterstützen!

Übrigens ist die aktuelle Hitze die ideale Temperatur für unsere Yoga-Praxis. Wir freuen uns auf schweisstreibende Lektionen bei uns im Studio.

Bis bald auf der Yogamatte

Claudia

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